Das „Exit“ war für viele Jahre eine sehr beliebte Rockdisko im Städtedreieck Solingen- Wuppertal- Remscheid. Tief im Tal der Wupper, unter der Müngstener Brücke gelegen zog es auch mich in den 90er Jahren oft dort hin. Eine Mischung aus Neugierde und Melancholie brachte mich dazu den Abriss 2008 zu beobachten und zu dokumentieren. Wenige Jahre später lernte ich den Schmied Michael Bauer- Brandes kennen, der seine Werkstatt in Sichtweite hat. Auch er besuchte die winterliche Baustelle täglich um Bilder zu machen. 2015 entschieden wir uns eine Auswahl der Aufnahmen in der Schmiede zu präsentieren.
Aufnahme mit Hasselblad 500 c/m auf Ilford Delta 3200, Scan des Negativs
Solinger Tageblatt
Aufnahme mit Hasselblad 500 c/m auf Ilford Delta 3200,Scan des NegativsNeujahr 2009 (Aufnahme digital)
Zeugnisse menschlicher Kunst aus der Frühgeschichte der Menschheit sind zahlreich, es vergeht kaum ein Jahr ohne neue Funde und Erkenntnisse. So ist die Verwendung von Rötelerden und Ocker schon für die Neandertaler nachweisbar. Beeindruckend sind die zahlreichen Beispiele für Höhlenmalerei. Neben den Darstellungen von Tieren (häufigstes Motiv) und abstrakten Zeichen finden sich immer wieder Bilder von Händen. Versuche der Experimentalarchäologie haben eindeutig ergeben das sie durch Aufspucken der Farbe, oder Abklatschen der eingefärbten Hand entstanden sind. Ich habe eine dieser mindestens 35.000 Jahre alten Techniken mit selbstgewonnener Erdfarbe nachempfunden, und habe das Pigment, mit Bindemittel vermengt, auf die Wand gespuckt. (Bindemittel: Gummi Arabicum) Es wurden auch Blasrohre gefunden mit denen das trockene Pigment aufgeblasen werden konnte. Durch die Feuchtigkeit in den Höhlen haftete das Pulver am Fels.
Der Titel des Beitrags zitiert den Buchtitel einer für die Forschung und Deutung der Höhlenmalerei wichtigen Schrift: „Die Hand an der Wand“ (Max Raphael, 1889 – 1952)
Raphael, der zuvor schon Schriften über Kunstgeschichte, Ästhetik und Archäologie verfasste, arbeitet bis zu seinem Freitod an einer „Empirischen Kunstgeschichte“, die sich auch der Höhlenmalerei widmete. Er war der erste Forscher und Kunsttheoretiker der sich streng wissenschaftlich mit der bis Anfang des 20. Jahrhunderts kaum beachteten Kunst der Steinzeit beschäftigte. Bis heute gelten seine Schriften zu dem Thema als Meilenstein.
Der doppelköpfige Ianus aus uralten Mythen hat mich zu dieser Arbeit inspiriert. Für die Version in Bronze montierte ich zwei Wachsmodelle zusammen, und retouchierte ein fliessenden Übergang. Auf diesem Wege entstanden bislang 3 Ianus, jeder ein Einzelstück.
Die Herausforderung begann bei der Abformung des Schädels mit seinen zahlreichen Öffnungen. Die für die Abformung verschlossenen Öffnungen mußten im Wachsmodell wieder geöffnet werden, und ebenso wie die Naht zwischen den beiden halbierten Köpfen retouchiert werden. Spezifische Merkmale der knöchernen Oberfläche die durch den Guss verloren waren, oder im Wachsmodell undeutlich gerieten habe ich durch Ziselierarbeiten nachgeholt. Die Patina habe ich in Schwefelleber, bzw in einer Kombination aus Schwefelleber und Eisennitrat ausgeführt (Finish: Bienenwachs)
Mein Dank gilt der Kunstgiesserei Schmäke (Düsseldorf) für perfekte Rohgüsse.
Von jedem der 178 Pigmente, die ich hergestellt habe, gibt es eine Farbtafel. Ich verwende Holzkörper im Format 15 x 15 x 3 cm mit gezinkten Seitenteilen und einer Malfläche aus Sperrholz. Die Grundierung mische ich aus Kreide und Marmormehl, die Firnis setze ich aus Dammarharz in Balsamterpentin an. Das Bindemittel für Grundierung und Pigment ist Knochenleim. Meine Farbtafeln sind frei von synthetischen Stoffen. Zusätzlich zu den Holztafeln habe ich für jede Farbe Proben auf Papier angelegt sowie jeweils ca. 1000 Stück handgeschöpfte Büttenpapiere in den Formaten 7,5 x 7,5 cm und 5,0 x 5,0 cm.